Die Wii und der 1. April

Heute jährt sich zum zweiten mal ein besonderer Tag für jene, die sich irgendwann mal die Wii-Firmware geändert haben, bzw. haben lassen.

Eines der wichtigsten Programme in dem Zugsammenhang ist der sogenannte „Preloader“, der in der Version 0.29 dafür sorgt, dass man z.B. statt des normalen Systemmenüs direkt in den Homebrew-Channel gebootet wird. Es ist auch ansonsten nützlich, sozusagen als Barriere gegen ungewollte Modifikationen durch neue Spiele, die sonst ungefragt neue Firmwares aufspielen könnten.

Dieses Programm ist aber schon letztes Jahr Stein einigen Ärgers gewesen, und ein Bekannter hatte das Problem und hat mich telefonisch um Hilfe gebeten. Beim Booten kam nämlich die Meldung

now repairing, do not power off

.

Eigentlich ist die Meldung harmlos und kann mit Druck auf die „A“-Taste der Wiimote übersprungen werden und soll auch nur eine April-Scherz darstellen. Es gibt aber wohl einige unvorsichtige oder über-vorsichtige Menschen, die veranlasst durch die Meldung in Panik geraten sind und unverzüglich diverse Systemdateien gelöscht und sich die Wii damit oder auf andere Weise beschädigt haben.

Daher hier mein Eintrag. Möge er im Google möglichst leicht zu finden sein, auf dass andere nicht in die Falle tappen die eigentlich gar keine ist.

Samba crashen für Fortgeschrittene…

Ich habe mir – in Voraussicht auf einen irgendwann kommenden HD-Fernseher – einen Medienplayer (Mede8er MED500X) angeschafft, der in der Lage ist beinahe alle ihm angebotenen Medien abzuspielen. Er beherrscht die Wiedergabe der ältesten AVIs und MPEGS, die ich auftreiben konnte, TS-Dateien (Transport-Stream), die meine dBox2 auf ihre nachträglich eingebaute Festplatte und auf Netzwerk-Shares produziert, natürlich H.264 MKV-Dateien, DVD-Image-Dateien und Ordner mit vollwertiger Menü-Unterstützung, ansatzweise Blu-Ray ISOs und Ordner (in Zukunft wohl mit einem Light-Menü, derzeit nur die größte enthaltene m2ts-Datei) und natürlich auch alle möglichen und unmöglichen Audio-Formate.

Der Player basiert auf einem Realtek-Chipsatz und die Entwickler (einer noch recht unbekannte Firma namens Sanji aus Süd-Afrika) kämpfen noch mit kleineren Problemen, aber alle beworbenen Eigenschaften werden auch tatsächlich unterstützt. Das Betriebssystem ist, wie in fast allen derartigen Geräten, ein geschrumpftes (manche sagen auch embedded dazu, ich sage es ist geschrumpft!) Linux und es macht seine Sache recht gut. Das angenehme Metallgehäuse enthält neben der Elektronik auch noch meine zugekaufte 2 TB Festplatte. 2 TB mögen einigen viel vorkommen, aber allein ein DVD-Image kann um die 5-9 Gigabyte belegen, und Blu-Ray-Images sind – soweit ich weiß – um ein 5-faches größer.
Der Netzwerk-Anschluss der neben dem Internet-Radio auch für NAS (einen Samba-Share) und FTP (mit Passwort) Verwendung findet ist beherrscht leider nur 100 MBit, was bei großen HD-Videos zu ziemlich langatmigen Übertragungen führt. Das Gerät ist über den Switch meines Routers mit dem Hauptrechner verbunden, aber für wirklich große Dateien nehme ich entweder eine mobile Festplatte und stecke sie per USB an oder lasse den Kopier-Vorgang über Nacht laufen. Alternativ kann man auch den Mede8er als externe USB-Festplatte an seinen PC anschliessen. Dabei werden allerdings alle andere Funktionen abgeschaltet!
In Zukunft werde ich wohl den Nachfolger meiner dBox über Ethernet direkt auf den Mede8er streamen lassen, einen geeigneten Kandidaten dafür habe ich bereits im Visir.

Achja… zurück zum Topic. In meinem PC steckt ein 1GBit Ethernet-Chip von Realtek. Und mit dem habe ich es in den ersten paar Tagen nicht geschafft größere Dateien über Ethernet zu übertragen. Ständig kamen Aussetzer der Form „Share nicht mehr verfügbar“. Am Schluss habe ich schon fast aufgegeben und hatte nach einigen Antworten im Forum schon die Festplatte im Verdacht. Interessanterweise liessen sich von meinem Notebook aus die gleichen Dateien störungsfrei übertragen. Und da kam ich dann auf die Idee die Treiber der Ethernet-Karte upzugraden und ein wenig an der Autonegotiation herumzudrehen. Und siehe da, der Share blieb stabil und ich konnte endlich alle Dateien störungsfrei übertragen.

Wer einen Mediaplayer sucht und sich dabei nicht arm machen will: Ich spreche hiermit meine Kaufempfehlung aus.
Etwas deutlich besseres findet man erst wieder in erheblich teureren Sphären z.B. beim Dune HD Base 3.0. Bei dem fehlt wohl nur noch der Sticker „my other car is a Porsche“.

Etwas was man unbedingt beachten sollte!
Festplatten können derzeit nur unter der Firmware 1.2.2(a) (die war bei mir installiert) korrekt formatiert werden.
Das heißt, vor dem Einbau einer Platte keinesfalls upgraden bzw. notfalls wieder downgraden (was im Support-Forum beschrieben wird).
Dann die Platte formatieren. Erst danach upgraden!

Nintendo gegen Raubkopierer… und die Mathematik…und für die Internetsperren…

Gerade lese ich in einem Artikel auf Heise.de folgendes:

Laut dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) wurden in Deutschland im ersten Halbjahr 2009 insgesamt 5,1 Millionen Spiele für mobile Konsolen verkauft – ein Rückgang um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz brach um 21 Prozent auf 136 Millionen Euro ein.

Also… ähm… *räusper*… wir durchleben gerade eine Wirtschaftskrise allerersten Ranges. Da ist ein Umsatzeinbruch von 13% eigentlich kaum der Rede wert. Die im Artikel erwähnten Raub-Module sind schon seit über 3 Jahren auf dem Markt und erst jetzt fällt es ihnen auf, dass man da ‚was machen müsste‘? Es ist im übrigen auch nicht auszuschließen, dass die großen Umsatzzuwächse der letzten 2 Jahre u.A. auch daher rührten, dass es eben so pipi einfach ist, sich ein Spiel aus dem Internet zu besorgen und per Raub-Modul auf dem NDS(i) zu spielen.

Statt die Chance zu ergreifen die Renovierung der NDS-Konsole als NDSi wieder wasserdicht zu machen, hat man im Gegenteil das Ding sogar so kompatibel gemacht, dass auch die alten für NDS gedachten Raub-Module weiterhin funktionieren. Großartig gemacht, Nintendo!

Auf der Wii hat sich Nintendo sogar mal etwas Mühe gegeben und kurzzeitig die Raubkopierer ausgesperrt – und mit dem letzen Update der Konsole dann doch wieder Tür und Tor für die Raubkopierer geöffnet. Im Übrigen: Wozu sollte noch jemand eine über Hardware modifizierte Konsole (ver)kaufen, wenn das alles inzwischen jeder einigermaßen begabte Mensch ohne Probleme durch die Installation reiner Software auf der Wii machen kann, als ohne auch nur eine einzige Schraube an der Wii zu berühren?
Statt auf Hinweise aus der Homebrew-Szene zu reagieren und sich sagen zu lassen, wo die Löcher in der Implementierung der Sicherheit auf der Wii sind, hatte man im Grunde schon lange kapituliert und in Kauf genommen, dass sich die Wii ja gerade wegen der Raubkopien so gut verkauft! Das, was Spiele-Zeitschriften schon lange von Nintendo fordern, nämlich die Möglichkeit eine Festplatte anzuschließen und Spiele (legal natürlich) darauf zu speichern und abspielen zu können, das hat die Raubkopierer-Szene schon vor einem halben Jahr selbst auf die Beine gestellt. Gleiches gilt auch für die NDS(i), bei der eigentlich alle erwartet hatten, dass es irgendwann günstige Download-Spiele geben wird.

Nintendo hat viele Chancen verspielt gegen die Szene vorzugehen bzw. ihr den Wind aus den Segeln zu nehmen und haut jetzt mal wieder Medienwirksam auf den Busch. Das haben sie schon mal gemacht und angedroht die ganzen Bastel-Buden,die Chips in die Wii modden, dicht zu machen. Passiert ist da eigentlich nichts. Die meisten Läden bieten das weiterhin an – und verdienen gut daran. Wer suchet der findet, wie es so schön heißt. Dass diese Chips mittlerweile nicht mehr nötig sind sorgt natürlich bei denen jetzt für Umsatzeinbrüche, aber es gibt ja noch andere Konsolen…

Ich behaupte, bei Ninten sind einfach nur ein paar Aktionäre zu beschwichtigen, und natürlich auch die Software-Industrie, die man jetzt glauben machen will, dass Nintendo auf ihrer Seite ist. Dass sie dabei falsches bzw. fahrlässiges Spiel treiben bzw. getrieben haben, das wissen im Grunde alle Beteiligten, aber solange der Riese nur laut genug brüllt, werden die Zwerge schon still schweigen. Oder überhört.

Vergleicht man die Preise von NDS-Raub-Modulen mit denen eines gekauften Spieles, so ist sogar mathematisch nicht sonderlich begabten Kids klar, dass spätestens nach 3 Spielen der ROI erreicht ist. Denen klar zu machen, wieso man ein Spiel kaufen sollte, das einem Spaß macht, ist vertane Liebesmüh.

Apropos Mathematik!
Ich hätte gerne noch gewusst, wie sich die 13 Prozent weniger verkaufter Spiele mit den 21 Prozent Umsatzverlust in Deckung bringen. Ich muss wohl damals im Unterricht extrem gut geschlafen haben. Wir bestimmt nichts mit Mengenlehre zu tun haben, sondern mit schön gerechneten Zahlen.

„Sie sind technisch dazu in der Lage, gegen Kinderpornographie vorzugehen. Sie sind in der idealen Position, auch gegen jede Form von Urheberrechtsverletzungen vorzugehen.“

Was war da noch? Die Piraten und viele andere haben es gesagt: Die Installation der Zensur-Infrastuktur durch Zensursula wird viele Neider und Trittbrettfahrer auf den Plan rufen. Und klar ist auch, wer da eigentlich spricht – nämlich die Rechtsberater, die eigentlich für die Musik-Industrie arbeiten.