Beiträge aus der Kategorie "Aufreger"

Alles nur Schwurbelei?!

Im Moment rauscht es im Blogger-Wald.

Die geplante Novellierung (zum 01.01.2011) des Jugendmedienstaatsvertrags hat viele Blogger und einige Blogg-Hoster (es gibt da einige, witziger weise sind meist im Ausland zu finden, und da ist es sowieso problematisch zu klären, ob das Recht (der Staatsvertrag hat rechtlich bindenden Status, ist ja nett so etwas auch mal zu wissen, nicht wahr?) da greifen kann/darf/wird, weil der Anbieter ja im Ausland sitzt, die deutschsprachigen Blogger zumeist anonyme Avatare verwenden und somit nicht rechtlich verfolgt werden könnten (ja, der Satz ist beschissen formuliert, und mehrfache Klammerung ist auch doof, jaja!) ) in Panikstimmung versetzt.

Die ambitionierten Laien (nein, dieses mal ist nicht die Lügen-Ministerin gemeint, die schreibt sich mit “y” wie Yps) haben in dem schlecht formulierten Text sofort eine Gefahr für die Freiheit des Internets (nach der Stopp-Schild-Geschichte der Lügen-Ministerin auch nicht weiter verwunderlich), ihre Selbstbestimmung (“da sollen jetzt so doofe Altersfreigaben auf meinen Blog?”) und eine für ihre eigenen Brieftaschen (bedingt durch bösartige Abmahner, wobei das Wettbewerbsrecht für private Blogger überhaupt nicht in Betracht kommt) gewittert und laut in das den Bloggern eigene populistische Horn geblasen und Wellen der Entrüstung aufgeschäumt.

Alvar Freude vom Odem Blog macht klar, dass hier wohl mal wieder ein Lobbygruppe die Finger im Spiel hat. In diesem Fall die Porno- und Spiele-Industrie. Im Resultat bedeutet die Novellierung, dass sich diese Lobbygruppe ihr eigenes Gesetz gemacht hat, dass sie berechtigt ihre Alters-Freigaben selbst zu beurteilen und damit freie Hand haben jederzeit und nicht nur wie zuvor in der Nacht Pornos im Internet zugänglich zu machen. Das Ganze mit dem kleinen fiesen Nebeneffekt, dass alle anderen sich jetzt an dieser Lobbygruppe orientieren müssen/sollen um sozusagen straf-frei publizieren zu dürfen.

Mittlerweile finden sich aber auch Stimmen, die das ganze gar nicht so schlimm finden und den Gesetzestext als solchen der Kaste der C-Juristen zurechnen. Und natürlich auch dazu bereits Gegenstimmen, die diese Art der Abwiegelei schädlich (für die Sache?!) finden.

Ich persönlich werde mein Blog – nach erfolgten Tests mit 2 Plugins – erst mal frei von Altersbeschränkungen halten und warten was auf mich zukommt.

Achja… und meine Rechtsschutzversicherung darauf abklopfen, ob sie auch für mein Blog zuständig ist.

typisch Deutsch, ey!

Da gewinnen unsere Sportler in Vancouver eine Medaille nach der anderen, Deutschland steht damit derzeit ganz oben auf dem ersten Platz des Medaillen-Spiegels und das einzige was man die ganze Zeit darüber liest und hört sind Äußerungen wie diese:

“nur der zweite Platz”
“leider geschlagen, nur Silber”
“nur Bronze”
“konnte der Favoritenrolle nicht gerecht werden, leider nur Silber!”

Ich höre/lese wohl nicht recht?

Die haben gewonnen!

Die stehen auf dem Treppchen!

Das sind Olympia-Sieger!!!

Blöde Medien, ey!

Der gläserne Arbeitnehmer

Nachdem es den gläsernen Konsumenten allen Protesten und Gegenmaßnahmen zum Trotz ja nun irgendwie doch gibt – Facebook und Payback sei Dank – kommt mit Elena jetzt der gläserne Arbeitnehmer.

Denn Elena soll zwar zunächst nur den Sozialämtern zur Abfrage zur Verfügung stehen, wird in Zukunft aber auch von Arbeitgebern abgefragt werden können. Natürlich nur, wenn der (potentielle) Beschäftigte seine freiwillige Einverständniserklärung dazu abgegeben hat. Und natürlich werden die Chancen eines Arbeitnehmers nicht im geringsten sinken, wenn sie diese Selbstauskunft nicht unterschreiben (wer das jetzt glaubt, der ist einfach nur bescheuert, ehrlich!).

Der CCC weißt unter anderem auch darauf hin, dass die Datenbank-Zugänge derzeit nur durch den Client, nicht aber durch die Datenbank gesichert sind. Außerdem findet für die Übertragung auch keine Verschlüsselung statt. Da heutzutage immer wieder Sicherheitslücken in allen möglichen bereichen der IT auftauchen ist es also nur noch eine Frage der Zeit, bis Elena für neugierige Zeitgenossen und Interessensgruppen ihre Hosen herunterlässt. Und dann wird nicht etwa sie in den sprichwörtlichen Arsch gef…t, sondern jeder Arbeitnehmer in Deutschland.

Wenn Du also nicht willst, das Dir das geschieht, dann solltest an dieser Petition teilnehmen. Tut nicht weh, ganz im Gegenteil zu unfreiwilligem Analsex, kostet nur ein paar Klicks, kann aber Deinen wertvollen und jungfräulichen Hintern retten!

Ganz toller Journalismus, Sueddeutsche.de, ehrlich!

Ich frage mich, ob die Redaktion der Sueddeutsche.de denkleistungsmäßig schon dem Winterschlaf entgegen dämmert.

Anders kann ich mir Titel wie

Togo boykottiert Afrika-Cup

nicht erklären.

Aber einen ähnlichen Qualitätsjournalismus hat ja Meistermochi heute auch schon berichtet