Wii – immer besser!

Schon damals als der C64 auf dem Markt war und auch später als ich den Amiga hatte, wurde mir recht schnell klar, dass diese Rechner mit der Zeit immer besser von den Programmierern beherrscht wurden. So wurden Techniken wie Parallaxe-Scrolling, die Multiplizierung der Hardware-Sprites durch Interrupt-Manipulationen und 8 Kanal-Sound erst recht spät erfunden, dann aber in aller Breite erkundet und verfeinert. Teilweise lassen auch heute noch Demo-Intros von damals die Münder offen stehen.

Ganz ähnlich geht es gerade der Wii-Konsole. Nach den ersten Spielen wie Zelda, die nur von Nintendo in dieser Qualität und Tiefe abgeliefert werden konnten kamen erst mal die Gurken-Spiele anderer Hersteller, die die miese Qualität ihrer Texturen meist durch viel Nebel bzw. unschärfe-Effekte zu kaschieren suchten. Zwischendurch gab es immer mal wieder Hilights wie Mario und Sonic bei den olympischen spielen, die aber eher eine Plastik-, denn einer plastischen Grafik präsentierten. Ambitionierte Spiele wie RTL Winterolympiade machten dann klar, dass auch auf der Wii Platz für schöne und relativ realistische Spiele ist. Problematisch bei allen an der Realität angelehnten Spielen auf der Wii ist immer wieder die Grafik. So hat sie nun mal nicht die Hi-End-Chips und auch nicht die Speichermenge, die auf dem PC oder den Next-Gen Konsolen wie der Xbox360 oder der Playstation, feinfaserige Texturen und haarfeine Darstellungen ermöglichen. Nicht ohne Grund wurden deshalb Spiele wie Lego-Starwars auf der Wii gerne gesehen, war doch die Darstellung von Lego-Bausteinen ‚relativ‘ einfach und auch problemlos zu präsentieren.

Ambitionierte Änderungen kommen jedoch in der letzten Monaten. So ist Tombraider ein wirklicher Augenschmaus und in Teilen auch speziell an die Möglichkeiten und vor allem an die Steuerung der Wii angepasst worden.
Das neueste Indy-Spiel ist sogar exklusiv für die ‚älteren‘ Konsolen wie die Wii und die Playstation2 heraus gekommen und macht auch von der Darstellung her eine tolle Figur.

Apropos Figuren. Hier ist einer der schwierigsten Punkte für die Wii. Detailierte Darstellung von Spielfiguren bedeutet auch immer eine hohe Anzahl von Polygonen und hoch aufgelöste Texturen. Was insgesamt für die Wii sehr schwierig ist.

Aber aus der Not wurde eine Tugend!

Man hat sich (eher stillschweigend) auf eine Art ‚Comic‘-Look geeinigt, was für die Wii einfach herrlich funktioniert. Erster Vertreter dieser Riege ist Ghostbusters. Das Spiel selbst macht zwar nicht ganz so viel Spaß, die Figuren sind aber speziell für die Wii sehr gelungen und machen einfach Lust auf mehr.

Zweiter Vertreter ist hier das Spiel Grand Slam, das im Moment in meinen Augen einfach das beste Tennis-Spiel für die Wii (und vielleicht überhaupt!) ist und von der Steuerbarkeit auch das lange geliebte Wii Sports Tennis in den Schatten stellt. Die Figuren und vor allem ihre Frisuren sind einfach großartig – gerade wegen ihrer Einfachheit!
Und die Animation stellt alles in den Schatten was ich bisher in dieser Richtung gesehen habe. Die Entwickler haben die typischen Bewegungen und Gesten einzelner Spieler wie z.B. Boris Becker so extrem gut nachempfunden, dass man bei unscharfen Hinsehen auf den Bildschirm meint das Original von damals zu sehen. Es macht einfach irre viel Spaß gegen die Größen der Tenniswelt zu spielen und ihre Eigenheiten so schön dargestellt zu bekommen.

Aber auch die Riege der Film-Lizenz-Spiele hat einen prominenten und wunderbaren Nachwuchs erhalten. Ice Age 3 ist einfach köstlich umgesetzt, die Figuren sind extrem nah am Original. Einzigen Manko ist die Synchronisation, denn leider handelt es sich beim Spiel nicht um die Stimmen aus dem Film – was dem ganzen wohl das absolute Tüpfelchen auf dem I verpasst hätte.