Sonnenfinsternis

Eines der spektakulärsten Experimente in der Geschichte der Naturwissenschaft nutzte just diesen Umstand: Mithilfe einer Sonnenfinsternis konnte der englische Astronom Sir Arthur Eddington (1882 bis 1944) die Allgemeine Relativitätstheorie Albert Einsteins (1879 bis 1955) beweisen. Einstein hatte postuliert, dass große Massen den Raum im Weltall krümmen müssten. So würde auch die Sonne das Licht ferner Sterne ablenken. Weil sie aber so hell strahlt, dass am Taghimmel neben ihr keine Sterne zu sehen sind, müsse das Experiment während einer Sonnenfinsternis stattfinden.

Eine Gelegenheit ergab sich im Oktober 1912 in Brasilien, doch Wolken verhinderten die Sicht. Beim nächsten Versuch im August 1914 in Russland wurde ein deutscher Astronom mitsamt seinen Instrumenten als Spion verhaftet, weil kurz zuvor der Erste Weltkrieg ausgebrochen war.

Am 29. Mai 1919 endlich klappte das Experiment auf der Insel Principe vor Westafrika. Eddington machte Fotos von den Sternen, die neben der „schwarzen Sonne“ standen. Ihre Position wurde mit nächtlichen Aufnahmen derselben Sterne ohne Sonne verglichen – die Abweichungen ergaben genau die von Einstein vorhergesagten Werte.

Quelle: www.welt.de