Fernsehen

Irgendwie ist das merkwürdig. Damals als diese Sendung lief, in die gefakte Talkshow präsentiert wurde („Liebe sag mich, Liebe frag mich“ – ich komme gerade nicht auf den Titel 🙂 ), da erzählte mein (leiblicher) Onkel in familiärer Runde, dass seine Frau diese Show erst nach der vierten oder fünften Sendung als Fake erkannt und bis dahin wirklich geglaubt hatte, es handle sich um echte und reale Figuren.

Wer hätte damals geglaubt, dass heutzutage so etwas gang und gebe ist? Was damals als witzige Persiflage auf Talkshows gedacht war, ist heute bittere Realität geworden. Gerichtshows werden gedreht in denen die Protagonisten aufgestyled hereinscharwenzeln, wie sich sich das im echte Gerichtssaal schon auf Anraten des Anwaltes niemals erlauben würden. Richter sprechen gerechte Urteile, nachdem sie faktisch im Alleingang mit Einsatz von beamteten Computerhackern ohne Durchsuchungsbefehl die Laptops von Angeklagten gehackt haben um dort Videos von Teufelsanbeter-Zeremonien zu finden und mit Lifeschaltungen (auf Zuruf!) in den Gerichtsaal Aussagen von zufälligerweise im Gericht anwesenden Kronzeugen heranholen und nicht mal vor der Enthüllung des Oberstaatsanwaltes als Teufelsanbeter zurückschrecken. Whow! Wer soll den Scheiss eigentlich glauben, den sich diese Autoren aus den Fingern saugen?

Sendungen wie „jetzt packe ich aus“ mit unglaublich realistischen echten Szenen werden den Zuschauern als die Realität verkauft und keiner findet es merkwürdig.

Arabella Kiesbauer hatte genau diese Sendung anstelle ihrer alten Talkshow, die wegen zu geringer Einschaltquoten (die Gerichtssendungen sind ja auch so viel besser!) eingestellt wurde, angeboten bekommen. Und: Sie hat sie abgelehnt. Den gequirrlten Mist, den Alida (jaja, die damalige Big Brother Gewinnerin – ob die ihre Kohle wohl genutzt hat um in die Medienbranche umzusteigen? – jetzt moderiert wollte sie sich nicht antun. Und ich kann das ehrlich gesagt verstehen.

Damals konnte ich noch über diese Sendung lachen, deren Name mir gerade entfallen ist, aber heute ist mir dabei eher zum weinen.