Beiträge aus der Kategorie "nachdenklich"

Das Rentenproblem auf den Punkt gelöst…

Meine Kollegen hatten gerade einen grandiosen Vorschlag, wie man das Rentenproblem lösen kann:

1. Alle Altenheime werden direkt auf die eine Seite einer Autobahn verlegt.

2. Die Kantinen kommen auf die andere Seite.

Das wäre dann eine lupenreine darwinistische aber absolut menschenverachtende Lösung.

… über die man kurz mal lacht, bei der man dann aber Angst und bange wird, weil, es könnte ja sein, dass es ähnliche Pläne bereits in den Köpfen der Politiker gibt…

Danke, danke, danke!

Danke an Lena, die für uns nach so langer Zeit (ich war damals auch am TV dabei) beim Grand Prix erfolgreich war.

Danke an die ARD, die über ihren Schatten zu Pro7 gesprungen ist und sich mit Raab verbündet hat. Und danke für den Hintergrundbericht über Lena einen Tag später, der zu Recht auch zeigt, dass Lena keine merkwürdige Autistin ist, die permanent gut drauf ist, sondern eine ganz normale aber erfrischende junge Frau.

Danke an Herrn Köhler, der klargestellt hat, dass wir auch aus wirtschaftlichen Gründen bei diversen Kriegen mitmachen. Und danke dafür, dass er daran noch ein fettes Ausrufezeichen gestellt hat – auch nach den ganzen Dementis aus seinem Hause – indem er von seinem Amt zurück getreten ist.

Danke an die Piratenpartei, die auf ihrem vergangenen teilweise doch sehr aufgeregten Parteitag gezeigt haben, was wirkliche Demokratie bedeutet. Nämlich auch, sich nicht vorher in sogenannten Konsensgesprächen auf Ziele und Personen zu einigen die man dann nur noch auf vorgeschobenen Parteitagen abnickt. Andere Parteien sind leider zu routiniert in solchen Sachen, selbst die Grünen die das in ihren jungen Jahren so schön vorexerziert haben, sind auf ihren Parteitagen mittlerweile stinklangweilig. Ob das für die sogenannte Basis noch gut ist, das wage ich zu bezweifeln.
Bei den Piraten kann man die Basis sehr direkt und in Farbe miterleben. Bei anderen Parteien kann man froh sein, wenn der eine oder andere Reporter sich bei einer der Wahlen noch bei deren Mitgliedern erkundigt, wie sie denn überhaupt zur Politik ihrer Führung stehen.

Damals an der höheren Handelsschule…

… da hat mir unser Lehrer – ich glaube, es war in VWL – beigebracht, dass Europa als Staatenbund zusammenwachsen muss, oder es wird über kurz oder lang wieder in einzelne Teile zerfallen.

Das Zusammenwachsen sollte gerade anfangen. Eine gemeinsame Verfassung soll eine gemeinsame Rechtsgrundlage bilden und dafür sorgen, dass in allen Staaten der EU das gleiche oder zumindest ein ähnliches Recht gilt. Nicht zuletzt gilt der Grundsatz, EU-Recht über Länder-Recht. Und das ist auch ganz gut gelungen, wenn man mal von der einen oder anderen Eskapade absieht.

Die gemeinsame Währung ist schon seit längerem das andere Standbein dazu. Damals, als die Währung umgestellt wurde, war für jedes Land ein fester Umtauschkurs festgelegt worden, der sich an der Kaufkraft des jeweiligen Landes orientierte. So kam es dann, dass ein Brot in ganz Europa extrem unterschiedliche Preise bekommen hat.

Das ferne Ziel der ganzen Bemühungen war und ist es wohl immer noch, das ganze in einen Gleichklang zu bringen. Dazu müssen aber alle Länder mit komplett offenen Karten spielen. Griechenland hat das wohl nicht getan. Und wenn man richtig hinhört, ist schon zur Zeit der Währungsumstellung eine kreative Buchführung zum Einsatz gekommen. Und einige andere Länder haben gegenüber diesen Zahlenspielereien ein oder gleich zwei Augen zugekniffen, weil sie gemeinsam am großen Ziel Europa arbeiten wollten und eher die Vorteile gesehen haben, die sich aus einer gemeinsamen Währung, einem steuerfreien Grenzverkehr für die Bevölkerung, einem kontrollfreiem Grenzübertritt innerhalb und anderer Erleichterungen ergeben.

Und jetzt bekommen eben jene Länder, die irgendwie nicht wahrhaben wollten, dass es ein kontinuierliches Wachstum und eine florierende Wirtschaft eben doch nicht in allen EU-Ländern gegeben hat. Dabei ist es so einfach. Auch innerhalb von Deutschland gibt es sogenannte strukturschwache Bundesländer, die finanziell am Tropf der anderen hängen. Und ganz genau so musste es auch innerhalb der EU kommen. Das war sozusagen unabwendbar.

Ruhe in Frieden!

In den letzten Jahrzehnten hat sich für die sogenannte ‘Raubkopierer’-Szene ein ganz besonderer Mensch als Vertreter der Gegenseite herauskristalisiert. Freiherr von Gravenreuth war schon in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts der Staranwalt der Urheberrechts-Industrie, die schon zu Zeiten des C64 ihre Umsätze durch die bösen Raubkopierer bedroht sahen.

Ich erinnere mich noch an Artikel aus der damaligen ASM (“Aktueller Softwaremarkt”, damals das Fachblatt für verspielte Computer-Besitzer) in denen unter anderem zu lesen war, wie von Gravenreuth und seine Kanzlei erfolgreich über Tauschbörsen-Anzeigen unter dem Namen “Tanja Nolte” und ähnlichen Pseudonymen Fallen für tauschwillige Schüler aufstellte. Es war auch zu lesen, wie sich von Gravenreuth auf sogenannten Copy-Partys einfand und dort nicht nur auf Ablehnung stieß.

Er war auch in den Jahrzehnten danach den Schülern von damals ein fester Begriff für die Verfolgung von Urheberrechts-Verstößen und hatte unter seinen Kunden bedeutende Namen. Wer einen Namen hatte, wandte sich an seine Kanzlei um Hilfe und das nicht ohne Grund – war er doch derjenige der die meiste Erfahrung mit all diesen Sachen hatte. Natürlich mischte er auch in der aufkeimenden Abmahn-Industrie mit und nicht zuletzt wurde genau dort aber auch klar, dass der strahlende Ritter unter dem weißen Klarlack seiner Rüstung mittlerweile einige Rostflecken verbarg. Das wurde spätestens dann klar, als er sich – in Folge einer angeblich unerwiderten Abmahnung – widerrechtlich, weil unter Vortäuschung falscher Tatsachen, die Domain eines traditionsreichen Medien-Unternehmens überschreiben lies.

Letztes Jahr habe ich schon mal über ihn geschrieben – von der grünen Welle im heise.de-Forum war die Rede. Und davon, dass er für diverse Straftaten endgültig ins Gefängnis sollte.

Vielleicht war der seelische Druck zu hoch, vielleicht hatte er sich aber auch in eine Lage manövriert in der er keinen Ausweg mehr sah. Der weiße Ritter ist nicht mehr. Er hat sich das Leben genommen. Vermutlich mit einer Kugel durch den Kopf.

Möge er in Frieden ruhen.

Stellvertretend für einen von vielen Kommentaren im heise.de-Forum in dem von Gravenreuth immer schon seine Gegnerschaft sehen durfte, möchte ich diesen hier zitieren, weil ich mich ihm inhaltlich voll anschließen kann (Quelle):

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